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Schulung + Fortbildung

und das schreibt die Presse:

Der Traum, ganz eigene, neue Klänge zu entdecken

Im Eddersheimer Jugendtreff wird Musik am Computer gemacht/Wettbewerb für Nachwuchsmusiker

HATTERSHEIM. Durch das kleine Zimmer mit dem Holzbalken dröhnen Bassklänge. Am Mischpult sitzt Oli. Konzentriert hört er die Töne, die er gerade zu einem neuen Song zusammenstellt. Kurz nickt er zufrieden, schaut dann wieder kritisch auf den Bildschirm. Ein bißchen lästig ist es ihm, zwischendurch Fragen zu beantworten. Kurz und knapp deshalb die Antworten des 17jährigen Eddersheimers, nur ein wenig wendet er den Kopf vom Bildschirm ab, die Finger nimmt er gar nicht erst von der Tastatur. Seit knapp zwei Jahren macht er Musik am Computer, kommt, wann immer er es einrichten kann. "Musik ist mein Leben" sagt er. Schließlich sei er von Mutter und Opa vorbelastet. Ein "richtiges" Instrument beherrscht er aber nicht, gute Ohren für interessante Klänge reichten. Und wie fing alles an? Da schaut Oli plötzlich auf, grinst und sagt: "Als kleiner DJ habe ich im Jugendtreff   Platten aufgelegt."

Seit acht Jahren ist die Musik ein Schwerpunkt in der Arbeit des Jugendtreffs im Hattersheimer Stadtteil Eddersheim. Mit Ralf Jacobsen  steht den Jugendlichen ein Profi zur Seite: Viele Jahre arbeitete er als Toningenieur in Frankfurt, ist begeisterter Keyboarder und Gitarrist. Das war auch ein Grund, weshalb sich der 38jährige vor etwa einem Jahr für die Jugendpfleger-Stelle in der Mainstadt bewarb: "Ich konnte so zu meinen Wurzeln, der pädagogischen Arbeit zurück und gleichzeitig Musik machen." "Oli gehört zu unseren Fleißigsten", sagt Ralf Jacobsen. An die hundert Titel hat der Jugendliche schon aufgenommen. An einem guten Tag erzählt Oli, schafft er ein neues Stück. "Happy Gong" hat der Jugendpfleger eingelegt, einer von Olis älteren Songs. Er lehnt sich zurück, greift sich an den Kopf. Das entscheidene fehlt", sagt er "wenn ich nur wüßte, was." Vielleicht sei es "ein bißchen zu kommerzig". Und genau das ist es, was Oli nicht sein will. Kommerzig. Er ist auf der Suche nach seinem eigenen Stil.

Übungsstunden für Nachwuchs-Musiker sind dienstags und freitags. Es gibt einen Terminplan, in den sie sich eintragen müssen. "Drei Stunden am Stück braucht man schon", sagt Jacobsen, der Anfängern, die jederzeit kommen können, anfangs noch hilft.. Viele der 14 bis 21jährigen sind Einzelmusiker wie Oli, es gibt aber auch Gruppen wie die "Mo´Gs". Die Namen wechseln dabei so häufig wie die Besetzung. Nur Mädchen trauten sich nicht so recht ans Musikprojekt heran, "dabei gibt es genug Jungs, die auch keine Ahnung von Computern haben, die Mädchen trauen sich nur weniger zu". "Manche der Jugendlichen haben beruflich wenige Perspektiven", sagt Jacobsen, "die Musik ist für sie ein echtes Erfolgserlebnis". Faszinierend ist für ihn, wie die jungen Musiker mit den Texten umgehen. Die Jungs von "Mo´Gs" beispielsweise, die aus verschiedenen Ländern kommen, rappen auch in verschiedenen Sprachen. Mit dabei ist Raphael, der "im klassischen Sinn überhaupt nicht musikalisch ist". Der 18jährige Eddersheimer stimmt für die Gruppe die Musik ab, andere schreiben die Texte. Zuletzt haben die "Mo´Gs" den 70er-Jahre-Hit "Summertime" neu arrangiert. Jetzt sind die Bandmitglieder dabei, einen Titel für den CD-Wettbewerb "Musik und Computer" zu komponieren. Allen jungen Musikerinnen und Musikern aus dem Main-Taunus-Kreis, die nicht älter als 21 Jahre sind und Spaß daran haben, mit dem Computer Musik zu machen, bietet die Kreisjugendförderung im MTK die Möglichkeit, ihren Titel auf einem CD-Sampler zu veröffentlichen. Ob Techno, Hip Hop, Synthi-Pop oder andere computerproduzierte Stile, die Musikrichtung spielt keine Rolle.